Von Mitte März bis Ende Mai findet das Deutsch-französische Musikfestival statt. Im Gegensatz zu anderen Festivals ist es nicht auf einen einzigen Aufführungsort beschränkt, sondern die Veranstaltungen werden sowohl in Städten als auch in Gemeinden mit geeigneten Räumlichkeiten durchgeführt. Das bespielte Gebiet erstreckt sich von Worms im Norden bis Mulhouse im Süden.
Das Festival findet seit 1999 alljährlich statt und wurde bis 2003 federführend vom Südwestrundfunk (SWR) in Zusammenarbeit mit dem Conseil Départemental pour la Musique et la Culture de Haute Alsace (CDMC) veranstaltet. Seit 2004 wird es in der Trägerschaft eines eingetragenen Vereins fortgeführt, dem bedeutende Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Kultur sowie Körperschaften in der Pfalz und im Elsaß angehören. Erster Vorsitzender ist derzeit Prof. Dr. Hans-Jürgen Seimetz, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (Neustadt/Weinstraße).

Kulturaustausch und kulturelle Zusammenarbeit in der gemeinsamen Sprache der Musik sind die zentralen Anliegen des Deutsch-französischen Festivals, das somit einen wichtigen Beitrag zur Völkerverständigung und damit zur Europäischen Einheit beiträgt. Die Tallandschaft des Rheins mit ihrer in ganz Europa einzigartigen Vielzahl von geistlichen und weltlichen Residenzen, Fürsten- und Herrensitzen, ihrem außergewöhnlich kulturell aufgeschlossenem Bürgertum – die hohe Kultur des Judentums nicht zu vergessen – war erst durch den Wiener Kongreß zu einer Randregion der neu gebildeten Nationalstaaten Frankreich, Bayern und Preußen geworden. Jahrhundertelang war der Rheinstrom in dieser zentralen Landschaft abendländischer Kultur auch für die Künste Verkehrsader zwischen Italien und dem Norden, für die Musik die bedeutsame Brücke zwischen Paris auf der einen, München, Wien, Prag, Dresden und Berlin auf der anderen Seite. In diesen « Rheinlanden » will das Festival an die reiche, jedoch in alle Welt verstreute und wenig erforschte regionale Musiküberlieferung anknüpfen und diese in den großen Zusammenhang der europäischen und der Weltmusik einbringen.

Sein besonderes Profil gewinnt es aus deutsch-französischen und gesamteuropäischen Beziehungen. Das Programmspektrum reicht vom Mittelalter bis zur Avantgarde. Der Präsentation junger Musiker gilt bei den Ausführenden, Solisten und Ensembles der internationalen Spitzenklasse besondere Aufmerksamkeit.